Aktuelles
Nazis vor Regensburger Gericht (12.05.11)
Am dem 12. Mai 2011 müssen sich mehrere neonazistische Straftäter vor dem Regensburger Landgericht verantworten. Die Verhandlungen finden statt am
Do., 12. Mai , .Fr., 13. Mai , Mo., 16. bis Mi., 18. Mai 2011 jeweils ab 9:00 Uhr im Verhandlungssaal 101.

 

Darunter werden auch die Straftaten der Täter verhandelt, die am 30. Juni 2010 gezielt das Restaurant Picasso überfallen hatten. Brutal hatten sie den Barkeeper angegriffen, mit Stiefeln auf ihn eingetreten und die Theke verwüstet.
Nur mit Glück entging der Barkeeper dem lebensgefährlichen Angriff durch Flucht in einen benachbarten Imbiss. Dessen Inhaber bot ihm couragiert Schutz vor den Gewaltexzessen der Nazis. Das Motiv der Nazis: Rache und Rassismus.
Der Barkeeper hatte sich einige Zeit zuvor Nazis aus dieser Angreifer-Gruppe entgegengestellt, als diese eine dunkelhäutige Frau und ihr Kind rassistisch beleidigt hatten.
Kurz vor ihrer Tat haben sich diese Nazis in einer Innenstadtkneipe ungehindert alkoholisiert und sind dann Passanten angreifend und Naziparolen grölend durch die Innenstadt zum Lokal Picasso gezogen.
Obwohl diese Gruppe nach diesem Überfall noch öfters mit NS- verherrlichenden Auftritten in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten war, reagierte die Staatsanwaltschaft in Regensburg sehr spät und nahm einen Wiederholungstäter erst anlässlich einer erneuten Körperverletzung Ende Oktober 2010 in Untersuchungshaft.

Hintergrund:
Die Initiative Keine Bedienung für Nazis, die sich daraufhin im Juli 2010 gegründet hat, organisierte aktive Solidarität mit den Betroffenen und ein deutliches Signal gegen Rassismus und rechte Gewalt.
Innerhalb weniger Wochen unterzeichneten über 115 Regensburger Gastronomen folgende diese Erklärung:

Die Gastronomie in Regensburg zeigt Zivilcourage gegen Nazis und Rassisten!
„…Wir sagen Nein zu Intoleranz und Rassismus, die das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in Regensburg stören. Um die Stadt und ihre Einwohner, die Touristen, unsere Gäste und unser Personal vor diesen Übergriffen zu schützen, erklären folgende Gastronomiebetriebe:
Nazis und andere Rassisten haben in unseren Räumen nichts zu suchen. Wir dulden keine rassistischen, diskriminierenden Äußerungen in unserem Lokal.
Wir werden diese Leute nicht bedienen.

Mittlerweile sind es über 130 Unterzeichner. Die Aktion fand bundesweite Aufmerksamkeit.

In einer weiteren Phase verteilte die Initiative Aufkleber an die beteiligten Gastronomen, um dieser Erklärung Nachdruck zu verleihen:
Die Initiative fordert auf zu den oben genannten öffentlichen Gerichtsverhandlung zu kommen, um die Geschädigten und mit Gewalt bedrohten Opfer zu begleiten und den Gerichtssaal nicht dem Anhang der Täter zu überlassen.


Helga Hanusa und Juba Akili
Tel:
(Stellvertretend für die Initiative „keine Bedienung für Nazis“)



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