Präventionsarbeit zeichnet Nachhaltigkeit aus – Bericht zur Schulung zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit (05.07.11)
Schweinfurt. Am 30.06.2011 und 01.07.2011 hat im Schweinfurter Gewerkschaftszentrum die Schulung zum Thema „Präventionstage an Schulen – nicht-rassistische Bildungsarbeit“ stattgefunden. Die Idee, Präventionstage an Schulen umzusetzen, ist im Bündnis „Schweinfurt ist bunt“ entstanden. Das Bündnis möchte rechtem und menschenverachtendem Gedankengut bereits in der Schule begegnen und das Verständnis für Demokratie und Toleranz schärfen.
Ziel der Schulung war es daher, einen Einblick in nicht-rassistische Bildungsarbeit an Schulen zu geben und erste Grundlagen für eine kontinuierliche Arbeit zu schaffen. Es konnte Gabi Elverich als Referentin gewonnen werden. Frau Elverich ist ausgewiesene Expertin in der Präventionsarbeit und promoviert zu dem Thema „Demokratische Schulentwicklung – Potenziale und Probleme einer Interventionsstrategie gegen Rechtsextremismus“.
Im Seminar wurde der Zugang zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit über die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen von Diskriminierungen geebnet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben sich mit Alltagsdiskriminierung und struktureller Diskriminierung beschäftigt. So wurde beispielweise die Situation von jungen Menschen in der Schule unter den Gesichtspunkten „rechtlicher Status, Migrationshintergrund und finanzielle Lage“ thematisiert und festgestellt, dass sich viele junge Menschen in Deutschland nicht frei bewegen können und am gesellschaftlichen Leben nur eingeschränkt partizipieren können. Vorurteile, Pauschalisierungen und rechten Ressentiments gegen Mitmenschen spielten dabei eine zentrale Rolle.
Mit großer Methodenvielfalt war die Schulung abwechslungsreich gestaltet. Es wurde zum Beispiel ein Kurzfilm gezeigt, in dem
eine ältere Dame in einer Straßenbahn rechte Stammtischparolen gegen einen schwarzen jungen Mann hegt. Diese Szene könnte in einem Schultag nachgestellt und die Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, eine der im Film dargestellten Rollen einzunehmen und zu spielen. Der Kreativität und der Veränderung des Szenenablaufs sind durch diese Theaterinszenierung keine Grenzen gesetzt. Generell hat sich die Einnahme von verschiedenen Rollen von Personengruppen wie ein roter Faden durch das Seminar gezogen. Selbst- und Fremdwahrnehmung waren dabei der Schlüssel, sich mit Diskriminierung im Alltag auseinander zu setzen. Sprache und Ausdruck waren wichtige Indikatoren, Diskriminierungen festzustellen.
Gerasimos Bekas von der Landeskoordination Bayern Nord „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SoR – SmC) hat über bereits realisierte Schulprojekte referiert und diverse Publikationen und Materialien vorgestellt. Es wurde vereinbart, dass man die Kooperation zwischen SoR – SmC, DGB-Jugend und dem Bündnis Schweinfurt ist bunt intensiviert und eng bei der Realisierung von Schulprojekten zusammen arbeitet.
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass nicht-rassistische Bildungsarbeit vor allen Dingen Nachhaltigkeit auszeichnet. Aus diesem Grund wurden Arbeitsgruppen gegründet, die sich in den nächsten Wochen und Monaten mit der Konzipierung von Projekttagen auseinandersetzen und eine weitere Wochenend-Schulung im November organisieren.
Interessierte können sich an die DGB-Jugend Nordbayern wenden und an der Realisierung des Projekts „Präventionstage an Schulen – nicht-rassistische Bildungsarbeit“ beteiligen.
Weitere Informationen und Fragen:
DGB-Schweinfurt-Würzburg
Am Zeughaus 9-13
97421 Schweinfurt
Schweinfurt-wuerzburg@dgb.de
Tel: 09721-70420
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